Finanzkrise hin, Wirtschaftskrise her, die die Riester-Rente erfreut sich einer ungebrochenen Beliebtheit. Mittlerweile 12,4 Mio. Deutsche haben sich für diese Form der privaten Altersvorsorge entschieden und werden damit für das eigene Alter zusätzlich zu der gesetzlichen Rente, finanziell vorsorgen. Ob und wann die weiteren etwa 15 Mio. Riester-Rente berechtigten auch für eine solche Vorsorge zu begeistern sein wird ist unklar, klar ist aber, dass die Wirtschaftskrise keinen Nachfrageeinbruch bei dieser Form der staatlich geförderten Altersvorsorge bewirkt hat.
Mit 260.000 neuen Riester-Rente Kunden steigert die Versicherungswirtschaft die Anzahl der Kunden zum ersten Quartal des Jahres auf 12,4 Mio. Im gleichen Zug steigen auch die staatlichen Zulagen auf einen neuen Rekordwert von 1,6 Mrd. Euro an. Dass private Vorsorge absolut notwendig ist, scheint unbestritten. Ob diese Vorsorge aber ausgerechnet durch eine Riester-Rente gedeckt werden muss, oder ob sich vielleicht andere Vorsorgewege wie Lebensversicherung, Bausparplan, Wohneigentum oder Wohn-Riester besser eignen ist eine Frage, die jeder mit sich und ggf. seinem Berater zu beantworten hat.
Klar scheint allerdings, dass das Konzept der Riester-Rente aus den Kinderschuhen erwachsen ist und zu einem Siegeszug angesetzt hat, den vor wenigen Jahren niemand für möglich gehalten hätte, niemand aus vielleicht seinem Namenspaten, Walter Riester.
Auf mittlerweile 20 Prozent beläuft sich nach Angaben des BVI Bundesverband Investment und Asset Management der Anteil fondsgebundener Riester-Renten an der Gesamtmenge der in Deutschland abgeschlossenen staatlich geförderten Altersvorsorge Verträgen (kurz Riester-Rente). Nach einem Marktanteil von 7,5 Prozent aus dem Jahr 2005, zeigt der heutige Anteil dass sich Investmentfonds als Vorsorgealternative immer mehr durchsetzen können.
Gegenüber herkömmlichen privaten Rentenversicherungen bieten fondsgebundene Riester-Rente einen Renditevorteil, der aus der wachstumsstarken Anlageklasse Aktien und Wertpapiere (auch wenn man das derzeit vielleicht nicht gleich zu erkennen vermag) entstammt.
Vor allem für Jüngere bieten Fonds-Renten demnach eine gute Alternative, da diese deutlich mehr Zeit haben Rückschläge an den Börsen durch kommende Wachstumsphasen ausgleichen zu lassen. Vor diesem Hintergrund steigt auch der Anteil jener Fonds-Sparer, die ihre Vermögenswirksamen Leistungen (VL) mit einer Riester-Rente kombinieren lassen. Diese Altersvorsorge wirksamen Leistungen bündeln die Arbeitgeberzuschüsse, staatliche Riester-Förderung und Eigenbeitrag zu einem Ganzen und sorgen dadurch zu einer deutlich verbesserten Altersrenten (-chance).
Wohn-Riester könnte Fonds-Rente Marktanteile abnehmen
Ein weiter steigender Marktanteil der Fonds-Renten wird wahrscheinlich am ehesten durch den neuen Konkurrenten Wohn-Riester verhindert werden können. Hier versprechen Bausparkassen neue Impulse für das eigene Geschäftsmodell. Ob und wie gut dies bei Sparern ankommt, wird aber frühestens zu Beginn des nächsten Jahres (2010) nachvollziehbar sein. Bis dahin basteln die verschiedenen Bausparkassen noch an geeigneten Modellen und Strategien um Kunden für sich und Wohn-Riester zu begeistern.