Von der Leyen: Riester-Rente zusätzlich zur Zuschussrente

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hält an den Plänen zur Zuschussrente fest und will obendrein Niedrigverdiener belohnen, die privat mit einer Riester-Rente vorgesorgt haben. Deren Leistungen bleiben erhalten und werden nicht mit der Zuschussrente verrechnet.

Absicherung durch die Zuschussrente

Die Zuschussrente wird künftig das Einkommen derjenigen Niedrigverdiener auf 850,- € aufstocken, die nicht genügend in die gesetzlichen Rentenkassen einzahlen konnten. Diese Pläne hatte Arbeitsministerin von der Leyen erstmals im Jahr 2011 formuliert. Sie gelten als wichtigster Schutz vor der Altersarmut heute berufstätiger Niedrigverdiener.

Jetzt hat die Ministerin das Paket noch einmal neu geschnürt und mit zwei wichtigen Neuerungen versehen: Zum einen wird die Zuverdienstgrenze für Rentner deutlich angehoben. Zum anderen erhalten auch diejenigen die volle Zuschussrente, die trotz der geringen Bezüge als Niedrigverdiener per Riester-Rente vorgesorgt haben.

Schon im Jahr 2013, mit Inkrafttreten der Zuschussrente, werden etwa 50.000 ehemalige Niedrigverdiener von ihr profitieren. Ihre Zahl wird bis 2030 auf rund 1,4 Millionen steigen, das geht aus jüngsten Berechnungen des Arbeitsministeriums hervor. Wenn die Niedrigverdiener 40 Jahre Mitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung waren und 30 Jahre als Beschäftigte eingezahlt haben, erhalten sie im Bedarfsfall die Zuschussrente.

Ab sofort Riester-Rente abschließen?

Damit die Bezüge der Zuschussrente voll gewährt werden, sollen die betroffenen Rentner ab 2019 eine fünfjährige Beitragszeit für die Riester-Rente nachweisen, die praktisch 2012 spätestens abgeschlossen werden müsste. Das sind die jüngsten Pläne, die Frau von der Leyen Ende März vorstellte. Es geht dabei auch um eine Kostendämpfung, denn die Zuschussrente wird teuer. Im Jahr 2013 sind 90 Millionen Euro eingeplant, 2030 werden es schon 3,4 Milliarden sein. Das Geld kommt aus einem Beitrags- und Steuermix.

Bundesarbeitsministerin von der Leyen stellt das Konzept im April 2012 dem Kabinett vor, nachdem die benachbarten Ressorts darüber abgestimmt haben. Die FDP stellt sich bislang noch quer; sie hält das Paket für „nicht zustimmungsfähig“. Die Höhe der Beiträge von einer Milliarde Euro bis 2017 sei zu hoch, man solle nach dem Willen der Liberalen mehr Spielräume für Beitragssenkungen erhalten.

Riester Fonds-Rente weniger stark nachgefragt

Die Nachfrage nach fondsgebundenen Riester-Renten war im 2. Quartal des Jahres 2010 eher verhalten, wie der Bundesverband Investment und Asset Management e. V. (BVI) mitteilt. Noch nie seit 2005 gab es einen derart geringen Anstieg neuer Riester-Rente Kunden. Lediglich 30.000 Altersvorsorgesparer konnten für die fondsgebundene Altersvorsorge mit staatlicher Förderung während des letzten Quartals begeistert werden.

Trotz der für die Interessengemeinschaft Investmentfonds eher geringen Nachfrage deutet der BVI auch Positives in die veröffentlichten Zahlen. So ist allen Finanz- und Börsenkrisen zum Trotz die Nachfrage nach Aktien lastigen Produkten vorhanden – und die Gesamtzahl der Riester-Renten auf Investmentfonds Basis steigt weiterhin. Mittlerweile 2,7 Mio. Deutsche vertrauen auf eine Riester-Rente mit Fonds. Das hätte noch vor drei oder vier Jahren niemand für möglich gehalten.

Wachsende Rentenlücke Ostdeutsche Arbeitnehmer

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat in einer aktuellen Untersuchung eine düstere Prognose für die zukünftigen Rentner Ostdeutschlands skizziert. Während die aktuelle ostdeutsche Rentner Generation bzw. die Jahrgänge, die in den nächsten Jahren verrentet werden, mit Altersrenten zwischen 900 und 1.000 Euro noch vergleichsweise gut dastehen, werden die Geburtsjahrgänge 1962 bis 1971 bei Renteneintritt massiv weniger Altersrente zur Verfügung haben.

Nur noch 594 bzw. 466 Euro Altersrente aus Erwerbstätigkeit

Die hohe nach wie vor überdurchschnittlich Arbeitslosigkeit in den ostdeutschen Bundesländern, Teilzeitjobs und geringe Löhnen lassen die Rentenerwartung auf dann nur noch 594 Euro bei Männern und 466 Euro bei Frauen zusammenschrumpfen. Als Grund sieht das DIW allerdings auch die größere Anzahl an gering qualifizierten Personen, die einfach keine Gelegenheit haben eine Arbeitsstelle mit einer besseren Bezahlung zu finden. Auch die dauerhafte Beschäftigung der eigentlich als Einstieg in die Vollzeitarbeit gedachten in Minijobs trägt zu dem Dilemma der sinkenden Renten bei, anders als regulär Beschäftigte, werden hier Rentenbeiträge pauschal abgeführt, so dass lediglich ein verschwindend geringer Anteil tatsächlich zur Erhöhung der Altersrente beitragen kann.

Staatlich geförderte private Altersvorsorge wurde nicht berücksichtigt

Lösungen für die wachsende finanzielle Lücke haben hat auch das DIW nicht parat, allerdings weißt man bei der Veröffentlichung der Studie darauf hin, dass die im Rahmen der staatlich geförderten Altersvorsorge mögliche private Vorsorge (Riester-Rente) bei der Berechnung nicht berücksichtigt wurde. Somit könnten Minijobber und Teilzeitbeschäftigte durchaus mehr Rente beziehen, als dies in der Musterrechnung herausgearbeitet wurde. Allerdings gilt auch hier: Sie könnten, wenn sie denn früh genug und ausdauernd genug eine solche Vorsorge beginnen. Müssen muss das (noch) niemand.

5,4 Prozent Rendite mit Vermögenswirksamen Leistungen im Fondsdepot

Die Wirtschaftsflaute macht sich auch in einer Zurückhaltung bei Investmentfonds Sparern bemerkbar. Immer weniger Deutsche vertrauen, so hat es der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) jetzt erhoben, bei Vermögenswirksamen Leistungen auf eine Geldanlage in Investmentfonds. Dabei sind diese VL-Fondssparpläne, wie der BVI ebenfalls berechnet hat trotz der Wirtschaftsflaute mit einer attraktiven Wertentwicklung durch die Krise gekommen. So haben jene Sparer, deren VL-Fondssparplan zum 31.12.2009 ausgelaufen sind aus einem Monatsbeitrag von 40 Euro während der Laufzeit (6 Jahre einzahlen, 1 Jahr ruhen lassen) einen Erlös von 3.570 Euro bezogen, was einer jährlichen Rendite von rund 5,4 Prozent entspricht und so manchen Festgeldkonto Sparer derzeit in Verzückung versetzen würde, bekäme er einen solchen Zinssatz auf seine mehrjährige Geldanlage.

VL-Depots erzielen überdurchschnittlichen Wertzuwachs in 2009

Eine ebenfalls positive Bilanz zieht der BVI auch hinsichtlich des Gesamtwertes der in VL-Depots verwahrten Investmentfonds Vermögen. Obwohl die Anzahl der VL-Fondssparpläne von 3,9 Mio. auf 3,5 Mio. gesunken ist, hat sich der Gesamtwert der Vermögen von 3,8 auf 5,1 Mrd. Euro erhöht. Möglich wurde dieses durch die positive Wertentwicklung der internationalen Wertpapiermärkte welche ab Mitte des letzten Jahres die Guthaben der Sparer überdurchschnittlich steigen ließ.

RiesterRente Fondssparpläne weiterhin gefragt

Eine deutlich positive Entwicklung verzeichnet der BVI auch bei der Nachfrage nach Riester-Rente-Fondssparplänen. Hier gab es gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 240.000 Neukunden, so dass mittlerweile 2,6 Mio. Deutsche auf Investmentfonds für die eigene Rente setzen. Die Fonds-Rente erfreut sich also nach wie vor steigender Beliebtheit, der Wirtschaftsflaute zum Trotz.

Gehaltserhöhung 2010 kann Riester Förderung kosten

Nur für den (in manchen Branchen gar nicht so) unwahrscheinlichen Fall, dass Sie in diesem Jahr mehr verdienen werden als im letzten: Denken Sie daran den Anbieter Ihrer Riester-Rente über die Gehaltserhöhung zu informieren. Warum? Nun, sobald sich Ihr Einkommen erhöht müssen Sie einen steigenden Betrag in die Riester-Rente einzahlen um weiterhin von einer anteilig gleich hohen staatlichen Riester-Förderung zu profitieren. Verdienen Sie z.B. 100 Euro mehr als im Vorjahr, so müssen Sie 4,- Euro (also 4% des Bruttoeinkommens) mehr für die Riester-Rente aufwenden, sofern Sie den förderfähigen Höchstbetrag von 2.100 Euro pro Jahr noch nicht erreicht haben. Teilen Sie die Gehaltserhöhung nicht mit, wird der also Riester-Beitrag nicht in der Höhe angepasst und Sie verlieren Ihren Anspruch auf die volle staatliche Förderung. Das klingt nach einem zu verkraftenden Verlust, ist aber ärgerlich, schließlich gewährt der Staat eine jährliche Grundzulage von 154 Euro pro Person sowie 185 Euro für Kinder die vor 2008 geboren wurden und 300 Euro je nach dem 1.1.2008 geborenen Kind. Diese Euro stehen Ihnen zu und deshalb sollten Sie die Mitteilung an Riester-Rente Fondsgesellschaft oder Versicherung jetzt schreiben und gleich abschicken 😉