Dass die Deutschen nicht unbedingt als Liebhaber risikobehafteter Geldanlagen gelten ist vermutlich hinreichend bekannt. Dass aber auch das Wissen um die Tatsache welche Geldanlagen risikoreich sind und welche nicht immer weiter verloren geht ist schon fast tragisch. Seit Monaten beschäftigen sich nahezu alle Medien mit der Finanz-, der Banken- und Wirtschaftskrise und kaum ein Privatanleger scheint zu erahnen welche Auswirkungen dies auf ihn und seine Geldanlage hat.
Eine im jährlichen Rhythmus durchgeführte Umfrage der Fondsgesellschaft Axa hat das allgemeine Unwissen in diesen Tagen wieder in Zahlen gefasst. So wussten weniger als die Hälfte der Befragten, dass Investmentfonds täglich handelbar sind (die Unterstellung, dass hier vor allem geschlossene Fonds Anleger und Inhaber der derzeit geschlossenen offenen Immobilienfonds befragt wurden ist nicht zulässig). Gar 62 Prozent der Befragten konnten glaubhaft versichern, dass bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft auch das eigene Fondsvermögen verloren geht – was zum Einen grundsätzlich falsch ist und zum Anderen eines der Hauptargumente für die Sicherheit und Streitigkeit von Fondsanlagen darstellt. Es ist also anzunehmen, dass der Bankberater diese positiven Aspekte einstmals in einem Gespräch erwähnte, festgesetzt hat sich diese Information aber leider bei den wenigsten der nur noch 18 Prozent aller Deutschen, die in Investmentfonds investieren.
Trotz allem mangelt es meisten Anleger nicht an Selbstvertrauen – Understatement gehört zumindest bei der Geldanlage nicht zu den Deutschen Tugenden, wie sonst könnten sich 47 Prozent der Deutschen für Experten auf diesem Gebiet halten?
Fonds, wie Investmentfonds als Kurzform häufig genannt werden, ist ein Begriff aus der Finanzwelt, der im Zusammenhang mit renditestarken Anlagemöglichkeiten immer wieder fällt. Es grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Fonds: Offene und geschlossene Fonds. Während offene Fonds immer neues Anlagevermögen aufnehmen und Anleger jederzeit ihre Anteile jederzeit zurückgeben können, werden geschlossene Fonds für Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse geschlossen. Geschlossene Fonds laufen meist über eine bestimmte Dauer, während offene Fonds meist unbegrenzt laufen.
Offene und geschlossene Fonds unterscheiden sich deutlich
Aber nicht nur in Punkto Laufzeit und Verfügbarkeit unterscheiden sich die beiden Fondsarten. Auch unter Risikogesichtspunkten gibt es Unterschiede. Geschlossene Fonds ermöglichen meist keine so breite Diversifikation (Verteilung des Anlagerisiko auf verschiedene Wertanlagen) wie offene Fonds. Vielmehr investieren sie oft nur in ein oder einige wenige Projekte. Ein geschlossener Immobilienfonds kann zum Beispiel nur für die Finanzierung eines einzigen Einkaufszentrums aufgelegt werden. Sollte ein Investment im geschlossenen Fonds unrentabel sein, hat dies nachhaltige Konsequenzen auf die Rendite der Anlage.
Mit Einführung der Abgeltungssteuer bieten Fonds-Renten Vorteile
Steuerlich betrachtet sind Investmentfonds besonders bis zum Ablauf des Jahres 2008 interessant (gewesen). Unter Beachtung der einjährigen Spekulationsfrist konnten Kursgewinne aus Fondsanlagen nämlich steuerfrei vereinnahmt werden. Dieses Privileg entfällt mit der Einführung der Abgeltungssteuer. Bei Investitionen ab dem 1. Januar 2009 müssen sämtliche Erträge mit der Abgeltungssteuer versteuert werden. Damit macht es steuerlich keinen Unterschied mehr, ob eine Investition für 2 Wochen oder 15 Jahre getätigt wird. Da Investitionen in Fonds meist sehr langfristiger Natur sein sollten, ergeben sich hieraus analog von Banksparplänen Nachteile durch die Besteuerung der Zwischenerlöse. Dennoch sind Fonds unter Renditegesichtspunkten eine interessante Assetklasse auch und sogar sehr im Hinblick auf die private Altersvorsorge bei z.B. Riester-Rente oder Basis-Rente (Rürup-Rente).