Die Botschaft ist erfreulich und dennoch mit ein wenig Vorsicht zu genießen.Deutsche Sparer haben trotz Wirtschaftskrise und Börsenschwäche bislang keine Einschränkungen an der eigenen Altersvorsorge vorgenommen. Das ist löblich, aber aus Sicht der einzelnen Sparer auch nachvollziehbar – wer seine Altersvorsorge auf eine private Rentenversicherung stützt, muss jeden Monat seinen Beitrag bezahlen, will er den eigenen Rentenanspruch in der geplanten Höhe aufrecht erhalten. Zudem ist die Aussetzung der eigenen Altersvorsorge sicherlich nicht der erste Schritt, der am Beginn einer Krise vorgenommen wird. Zunächst spart man an den alltäglichen Ausgaben und führt diese zurück, erst wenn sich dann weitere Lücken ergeben, geht es ans „Eingemachte“ und jeder Betroffene muss sich bewusst machen, dass es jetzt an der Zeit ist sich einzugestehen, dass das Geld nicht reichen wird und die eigene Altersvorsorge einfach zu schwer belastet.
Im Schnitt 130 Euro Sparrate pro Person
So gesehen ist es wenig erstaunlich, dass die von YouGovPsychonomics AG im Auftrag der Versicherungskammer Bayern durchgeführte Umfrage mit dem Titel „Altersvorsorge in der Finanzmarktkrise“ eben jene Annahme als Umfrageergebnis ergeben hat. Im Rahmen der Studie wurden 1.250 Personen befragt, die zu 82 Prozent bislang keine Reduzierung der eigenen Altersvorsorge vorgenommen hatten. Mit im Schnitt 130 Euro pro Person und Altersvorsorge ergibt sich hier doch ein merkliches Einsparpotential, sollte sich die Situation für die einzelnen Betroffenen verschlechtern.
Wenig Vertrauen für Fonds-Rente und Aktien
Auch wenn die Befragung repräsentativ ist, nehmen wir mal an, dass die Fragestellung auch ein bisschen zu Gunsten der klassischen Rentenversicherung und gegen Aktien und Investmentfonds formuliert wurden. Als Ergebnis hält YouGovPsychonomics AG (vielleicht deshalb) fest, dass nur 14 Prozent der Befragten Vertrauen in Investmentfonds und lediglich 6 Prozent der Befragten Vertrauen in Aktien hatten. Die „Altersvorsorge Vertrauen“ Spitzenplätze belegen Immobilien, Gold und Sparbücher, was an und für sich lobenswert, aber eben auch kein perfekte Empfehlung für eine private Altersvorsorge ist.
Für die Gestaltung der individuellen Altersvorsorge kommen für die meisten Anleger auch Investmentfonds in Frage. gerade vor dem Hintergrund der langen Anspardauer von nicht selten mehr als 30 Jahren, rentieren sich wachstumsorientierte Investmentfonds besonders. Die Rendite liegt bei einem langfristigen Anlagehorizont meist im hohen einstelligen Bereich und damit über dem Durchschnitt langfristiger Anlagen.
Fonds-Sparpläne unterliegen der Abgeltungssteuer – Riester-Renten nicht
Aufgrund der kommenden Abgeltungssteuer und dem damit verbundenen Wegfall der Spekulationsfrist, fragen sich viele Sparer und Anleger allerdings, ob der Abschluss einer Fonds-Rente überhaupt sinnvoll ist. Eine pauschale Beantwortung dieser berechtigten Frage ist allerdings nicht möglich. Vielmehr gilt es zwischen riestergeförderten Vorsorgeprodukten und privaten Fondssparplänen zu unterscheiden. Bei letzteren greift nämlich sehr wohl die Abgeltungssteuer. Demgegenüber bleibt der Ertrag aus ersterer Vertragsform stets von der Abgeltungssteuer nicht betroffen. Lediglich der Ertragsanteil ist bei mit dem persönlichen Steuersatz bei Rentenbeginn zu versteuern.
Damit ist die Riesterrente in der Regel die bessere Wahl, da die meisten Rentner keine, oder nur sehr geringe Steuern bezahlen müssen. Private Fondssparpläne eignen sich dagegen vor allem für Personen mit hohem oder sehr hohem Einkommen und Spitzensteuersatz. Diese erzielen durch die Einführung der Abgeltungssteuer eine relative Steuerersparnis. Allerdings leiden auch diese Anleger unter dem Wegfall der Spekulationsfrist.
Anbieter von Fonds-Renten vertrauen wie auch viele Anleger auf die „großen“ Fonds
Grundsätzlich eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau vor allem Fonds, die auf solides Wachstum und nicht auf Spekulation setzen. Große Fonds, mit historisch nachvollziehbarer Kursentwicklung sind zum Beispiel Ari Deka, der Templeton European Growth Fund oder der Vermögensbildungsfond I von DWS.
Die Möglichkeiten die zum Aufbau der eigenen Altersvorsorge bestehen sind vielseitig und werden teilweise wie z.B. die Riester-Rente sogar staatlich gefördert. Neben der in Deutschland seit Jahrzehnten äußerst beliebten Kapitallebensversicherung und dem Banksparplan zählt dazu auf jeden Fall auch der Investmentfondssparplan. Dient die Anlage in Investmentfonds dem Zwecke der privaten Altersvorsorge, dann wird dieses oftmals auch als Fonds-Rente bezeichnet.
Sicherheit der Fonds-Rente steigt mit der Spardauer
Grundsätzlich handelt es sich bei der Altersrente mit Fonds um eine relativ sichere Anlagemöglichkeit, allerdings sollte man dabei beachten, dass eine solche Fonds-Rente relativ langfristig angespart werden sollte um das Kapitalmarktrisiko, welches die Anlage in Aktien birgt, möglichst gut auszugleichen.
In der Realität wird mit der Fonds-Rente anders als bei anderen Rentenversicherungen direkt in Aktienfonds investiert. Teilweise haben Sparer sogar die Entscheidungsfreiheit in welche Fonds bzw. welche Art von Fonds die eigenen Rentenbeiträge investiert werden sollen. Je nach Fonds-Renten Anbieter wird teilweise sogar zwischen den verschiedenen Anlageklassen unterschieden. Dann haben Fonds-Renten-Sparer die Auswahl zwischen Geldmarktfonds, Rentenfonds, Immobilienfonds und Aktienfonds. Hat der Kunden seine Auswahl getroffen und z.B. einen Fonds ausgewählt, der in deutsche Aktien investiert, dann kauft er mit seinen monatlichen Beiträgen jeweils neue Anteile an diesem Fonds im Rahmen eines Fondssparvertrages.
Fonds-Rente bietet im Vergleich höhere Renten-Chancen
Die Altersrente mit Fonds bietet für den Kunden im Vergleich zu anderen Altersvorsorgeprodukten einige Vorteile. Die Anlage ist, auch wenn sie in Aktienfonds getätigt wird, ab einer Laufzeit von mindestens 8 bis 10 Jahren recht sicher gegen zyklische Einflüsse (Cost-Average-Effect) und bietet zudem die Chance auf eine durchschnittliche Rendite von ca. 8-10 Prozent pro Jahr.
Ferner ist die Altersrente mit Fonds sehr flexibel, da der Anleger zum einen sein Kapital jederzeit durch Verkauf der Anteile verfügen kann, und zum anderen auch jederzeit in einen anderen Fonds wechseln kann. Am Ende der Vertragslaufzeit hat man zumeist die Möglichkeit, sich das gesamte Kapital in einer Summe auszahlen zu lassen, oder auch durch monatlich feste Zahlungen “verrenten” zu lassen.