Investmentfonds Branche ab sofort mit Ombudsmann

Streitfälle zwischen Fondsanlegern und Fondsgesellschaften sollen künftig einfacher und vor allem für Fondskunden günstiger beigelegt werden können. Zumindest sieht dies die neu geschaffene Stelle der Schlichtungsstelle (Ombudsmann) vor.

Finanziert wird die Schlichtungsstelle durch den Bundesverband für Investment und Asset Management (BVI) der hierfür zwei langjährig erfahrene Richter als Mediatoren gewinnen konnte.

Anders als vor Gericht ist eine Entscheidung durch einen Ombudsmann kein gültiger Beschluss, sondern eine Empfehlung die gegeben wird um den streitenden Parteien zu einer gütlichen Einigung, einem Kompromiss zu verhelfen.

Fonds-Ombudsmann nur für Deutsche Fonds zuständig

Die Fonds Ombudsstelle wird künftig für alle produktbezogenen Auseinandersetzungen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Streitigkeiten um Fondsschließungen oder Vertragsbedingungen sollen dadurch besser und schneller beigelegt werden können. Wichtig für Fonds-Kunden: Die Ombudsstelle schlichtet lediglich Auseinandersetzungen die deutsche Investmentfonds betreffen. Wer sich für einen der vielen in Luxemburg aufgelegten Investmentfonds entschieden hat muss weiterhin den klassischen Weg vor Gericht wählen um seine Ansprüche geltend zu machen.

Fonds Käufer üben Zurückhaltung

Investmentfonds, so hat es die Comdirect Bank aus dem Verhalten der eigenen Kunden herausgelesen, erfreuen sich derzeit eher geringer Nachfrage. Kunden so zeigt die Analyse schichten Ihr Vermögen lieber direkt in Aktien und Anleihen um. Das ist umso verwunderlicher als das die Diskussion um Griechenland Anleihen und US-Schuldengrenze zu einem nicht enden wollenden Thema auf höchster politischer Ebene geworden ist – und das Hüben wie Drüben, also in Europa wie auch in den USA.

Die Bank hat, sicherlich nicht ganz uneigennützig – lässt sich darüber das eigene Marketing gut aussteuern – einen Index für Wertpapierkäufe erstellt, der derzeit für Aktien bei 125,9 Punkten und damit deutlich über dem Mittel liegt. Aktienfonds weisen lediglich eine Anlegergunst von 51,1 Punkten auf und dürften damit alle Anforderungen, die man an einen Ladenhüter stellen kann, erfüllen.

Mit Interesse dürfte man nicht nur bei Comdirect auf den Ausschlag bei Anleihen schauen, mit einem Indexwert von 129,7 Punkten liegt hier ein deutlich überdurchschnittliches Interesse vor, welches auch als Vertrauenssignal gegenüber dem derzeitigen Anleihetief zu deuten sein könnte. Comdirect Kunden versuchen ganz offensichtlich aus der derzeitigen Griechenland Krise einen Profit zu erzielen und kaufen jetzt, da die Kurse tief stehen vermehrt Euro-Anleihen.

Riester Fonds-Rente weniger stark nachgefragt

Die Nachfrage nach fondsgebundenen Riester-Renten war im 2. Quartal des Jahres 2010 eher verhalten, wie der Bundesverband Investment und Asset Management e. V. (BVI) mitteilt. Noch nie seit 2005 gab es einen derart geringen Anstieg neuer Riester-Rente Kunden. Lediglich 30.000 Altersvorsorgesparer konnten für die fondsgebundene Altersvorsorge mit staatlicher Förderung während des letzten Quartals begeistert werden.

Trotz der für die Interessengemeinschaft Investmentfonds eher geringen Nachfrage deutet der BVI auch Positives in die veröffentlichten Zahlen. So ist allen Finanz- und Börsenkrisen zum Trotz die Nachfrage nach Aktien lastigen Produkten vorhanden – und die Gesamtzahl der Riester-Renten auf Investmentfonds Basis steigt weiterhin. Mittlerweile 2,7 Mio. Deutsche vertrauen auf eine Riester-Rente mit Fonds. Das hätte noch vor drei oder vier Jahren niemand für möglich gehalten.

Wachsende Rentenlücke Ostdeutsche Arbeitnehmer

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat in einer aktuellen Untersuchung eine düstere Prognose für die zukünftigen Rentner Ostdeutschlands skizziert. Während die aktuelle ostdeutsche Rentner Generation bzw. die Jahrgänge, die in den nächsten Jahren verrentet werden, mit Altersrenten zwischen 900 und 1.000 Euro noch vergleichsweise gut dastehen, werden die Geburtsjahrgänge 1962 bis 1971 bei Renteneintritt massiv weniger Altersrente zur Verfügung haben.

Nur noch 594 bzw. 466 Euro Altersrente aus Erwerbstätigkeit

Die hohe nach wie vor überdurchschnittlich Arbeitslosigkeit in den ostdeutschen Bundesländern, Teilzeitjobs und geringe Löhnen lassen die Rentenerwartung auf dann nur noch 594 Euro bei Männern und 466 Euro bei Frauen zusammenschrumpfen. Als Grund sieht das DIW allerdings auch die größere Anzahl an gering qualifizierten Personen, die einfach keine Gelegenheit haben eine Arbeitsstelle mit einer besseren Bezahlung zu finden. Auch die dauerhafte Beschäftigung der eigentlich als Einstieg in die Vollzeitarbeit gedachten in Minijobs trägt zu dem Dilemma der sinkenden Renten bei, anders als regulär Beschäftigte, werden hier Rentenbeiträge pauschal abgeführt, so dass lediglich ein verschwindend geringer Anteil tatsächlich zur Erhöhung der Altersrente beitragen kann.

Staatlich geförderte private Altersvorsorge wurde nicht berücksichtigt

Lösungen für die wachsende finanzielle Lücke haben hat auch das DIW nicht parat, allerdings weißt man bei der Veröffentlichung der Studie darauf hin, dass die im Rahmen der staatlich geförderten Altersvorsorge mögliche private Vorsorge (Riester-Rente) bei der Berechnung nicht berücksichtigt wurde. Somit könnten Minijobber und Teilzeitbeschäftigte durchaus mehr Rente beziehen, als dies in der Musterrechnung herausgearbeitet wurde. Allerdings gilt auch hier: Sie könnten, wenn sie denn früh genug und ausdauernd genug eine solche Vorsorge beginnen. Müssen muss das (noch) niemand.

5,4 Prozent Rendite mit Vermögenswirksamen Leistungen im Fondsdepot

Die Wirtschaftsflaute macht sich auch in einer Zurückhaltung bei Investmentfonds Sparern bemerkbar. Immer weniger Deutsche vertrauen, so hat es der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) jetzt erhoben, bei Vermögenswirksamen Leistungen auf eine Geldanlage in Investmentfonds. Dabei sind diese VL-Fondssparpläne, wie der BVI ebenfalls berechnet hat trotz der Wirtschaftsflaute mit einer attraktiven Wertentwicklung durch die Krise gekommen. So haben jene Sparer, deren VL-Fondssparplan zum 31.12.2009 ausgelaufen sind aus einem Monatsbeitrag von 40 Euro während der Laufzeit (6 Jahre einzahlen, 1 Jahr ruhen lassen) einen Erlös von 3.570 Euro bezogen, was einer jährlichen Rendite von rund 5,4 Prozent entspricht und so manchen Festgeldkonto Sparer derzeit in Verzückung versetzen würde, bekäme er einen solchen Zinssatz auf seine mehrjährige Geldanlage.

VL-Depots erzielen überdurchschnittlichen Wertzuwachs in 2009

Eine ebenfalls positive Bilanz zieht der BVI auch hinsichtlich des Gesamtwertes der in VL-Depots verwahrten Investmentfonds Vermögen. Obwohl die Anzahl der VL-Fondssparpläne von 3,9 Mio. auf 3,5 Mio. gesunken ist, hat sich der Gesamtwert der Vermögen von 3,8 auf 5,1 Mrd. Euro erhöht. Möglich wurde dieses durch die positive Wertentwicklung der internationalen Wertpapiermärkte welche ab Mitte des letzten Jahres die Guthaben der Sparer überdurchschnittlich steigen ließ.

RiesterRente Fondssparpläne weiterhin gefragt

Eine deutlich positive Entwicklung verzeichnet der BVI auch bei der Nachfrage nach Riester-Rente-Fondssparplänen. Hier gab es gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 240.000 Neukunden, so dass mittlerweile 2,6 Mio. Deutsche auf Investmentfonds für die eigene Rente setzen. Die Fonds-Rente erfreut sich also nach wie vor steigender Beliebtheit, der Wirtschaftsflaute zum Trotz.