Riester-Rente lohnt sich doch

In Berlin hat das unabhängige Institut ITA (Institut für Transparenz) anlässlich des 10-jährigen Bestehen der Riester-Rente nachgerechnet und kam zu einem unerwartet Ergebnis: Die Riester-Rente erzielt einen deutlichen jährlichen Wertzuwachs und gleich selbst in den schlechtesten Fälle mindestens die Inflation aus.
Da es mehr bessere als schlechtere Fälle gibt, verzeichnet das Institut zwischen 3,22 und 5,19 Prozent jährliche Rendite für Riester-Sparer ohne Kinder und zwischen 5,44 und 7,34 Prozent pro Jahr für Riester-Rente Sparer mit Kindern.  Ein im Hinblick auf das Guthabenzins-Niveau der letzten Jahre wirklich sehr gutes Ergebnis.

Das dürfte die Kritiker an dem Konzept der Riester-Rente einen Moment innehalten und nachrechnen lassen, denn angesichts der massiven Kritik an der staatliche geförderten privaten Altersvorsorge sind derartige Ergebnisse auch für Dr. Mark Ortmann, zuständig für die Auswertung bei ITA, überraschend.

Möglich wird ein solch gutes Ergebnis durch die staatlichen Zuschüsse, die als staatliche Sparzulage zusätzlich in den Riester-Vertrag einbezahlt werden.

Gehaltserhöhung 2010 kann Riester Förderung kosten

Nur für den (in manchen Branchen gar nicht so) unwahrscheinlichen Fall, dass Sie in diesem Jahr mehr verdienen werden als im letzten: Denken Sie daran den Anbieter Ihrer Riester-Rente über die Gehaltserhöhung zu informieren. Warum? Nun, sobald sich Ihr Einkommen erhöht müssen Sie einen steigenden Betrag in die Riester-Rente einzahlen um weiterhin von einer anteilig gleich hohen staatlichen Riester-Förderung zu profitieren. Verdienen Sie z.B. 100 Euro mehr als im Vorjahr, so müssen Sie 4,- Euro (also 4% des Bruttoeinkommens) mehr für die Riester-Rente aufwenden, sofern Sie den förderfähigen Höchstbetrag von 2.100 Euro pro Jahr noch nicht erreicht haben. Teilen Sie die Gehaltserhöhung nicht mit, wird der also Riester-Beitrag nicht in der Höhe angepasst und Sie verlieren Ihren Anspruch auf die volle staatliche Förderung. Das klingt nach einem zu verkraftenden Verlust, ist aber ärgerlich, schließlich gewährt der Staat eine jährliche Grundzulage von 154 Euro pro Person sowie 185 Euro für Kinder die vor 2008 geboren wurden und 300 Euro je nach dem 1.1.2008 geborenen Kind. Diese Euro stehen Ihnen zu und deshalb sollten Sie die Mitteilung an Riester-Rente Fondsgesellschaft oder Versicherung jetzt schreiben und gleich abschicken 😉

Deutsche Investmentbranche verwaltet 1,6647 Billionen Euro

Investmentfonds sind derzeit wenig gefragt? Das sieht man den offiziellen Zahlen nicht an. Wie der  Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) jetzt in einer Veröffentlichung mitteilt, stand bei den deutschen Investmentverwaltern zum Stichtag 30. September 2009 eine Summe von 1,6647 Billionen Euro unter Verwaltung (Assets under Management), was gegenüber dem Jahresbeginn einem Nettozufluss von 31,8 Mrd. Euro entspricht. Apropos Jahresbeginn, gegenüber dem 1.1.09 vergrößerte sich das Vermögen der in der Statistik enthaltenen Publikumsfonds, Spezialfonds und Direktmandate um die (unvorstellbare) Summe von 160 Mrd. Euro bzw. rund 10 Prozent.

Inwieweit sich die Geldmengen-Ausweitung der verschiedenen internationalen Notenbanken auf diese Entwicklung ausgewirkt haben ist nicht nachvollziehbar, insgesamt scheint das Vertrauen in die institutionelle Vermögensverwaltung,die z.B. in Investmentfonds ausgeübt wird ungebrochen. Auch wenn Privatanleger derzeit ein größeres Interesse an Garantieprodukten und Versicherungsangeboten besitzen, so ist die Anlage in Investmentfonds nach vor nicht wegzudenken. Wo sonst sollten Versicherungsgesellschaften und Vermögensverwaltungen sonst die eigenen Mitteln zum Zwecke einen strategischen Anlage bündeln? Eben. Die Fonds-Rente ist also aktuell wie selten zuvor, auch wenn derzeit kaum jemand darüber spricht.

Rente 2010 – nicht mehr und nicht weniger?

Kaum im Amt, schon voll im Thema. Direkt zum Amtsantritt darf der neue Bundesminister für Arbeit, Franz Josef Jung (CDU), schon die erste gute Nachricht zur aktuellen Lage der gesetzlichen Rentenversicherung verkünden. Diese lautet grob zusammengefasst: Alles bleibt wie es war, Rentner haben für 2010 nichts zu befürchten.

Das ist natürlich löblich und erfreut nicht nur diejenigen der CDU Wähler, die schon ein paar mehr Wahlen aktiv mit entschieden haben, sondern zeigt auch den jüngeren, dass es ihren Eltern und Großeltern weiterhin gut gehen wird. Für die Jüngeren selbst wird das Renteneinzahlungsjahr 2010 übrigens auch mit Stillstand versehen sein, der aktuelle Beitragsatz zur gesetzlichen Rentenversicherung (aktuell 19,9 Prozent des Bruttolohns) wird auch im Jahr 2010 nicht steigen – sagt zumindest Franz Josef Jung.

Rente gut alles gut?

Ja und nein. Keine Rentensteigerung für das Jahr 2010 entspricht in diesem speziellen Wirtschaftskrisen Jahr trotzdem einer Rentenerhöhung. Bedingt durch Kurzarbeit und sehr niedrige Inflation werden im nächsten Jahr die durchschnittlichen Einkommen um etwa 0,5% sinken, was im Sinne des Solidarpakts zwischen Rentenversicherungseinzahlern und Rentenbezieher eigentlich mit einer Kürzung der Renten einhergehen müsste. Diese Rentenkürzung wurde aber durch die rot-schwarze Regierung unter Angela Merkel ausdrücklich außer Kraft gesetzt, so dass Rentner in 2010 de fakto eine Rentenerhöhung erwarten können und Arbeitnehmer mit einer sinkenden Rentenanwartschaft aufgrund der geringere Einkommen rechnen dürfen.

Für die Rente 2010 ist also alles gut, für die Rentner 2030 eher weniger.

Stutzt Finanzkrise Altersrente?

[ad#adsense-468×60]

Pünktlich zum letzten Quartal des Jahres wird von Versicherungen und Banken der Endspurt um die Altersvorsorge eingeläutet. Dabei gibt es traditionell fast so viele Meinungen wie Anbieter und in wechselnden Zusammensetzungen: Gute, sehr gute und manchmal auch weniger gute Altersvorsorge Produkte. Wer aus der Masse der Anbieter im zurückliegenden Zeitraum besonders gut abgeschnitten hat, das bewertet Stiftung Warentest im hauseigenen Anlegermagazin Finanztest. So weit, so bekannt.

Dass ausgerechnet die BILD Zeitung mit einem Hinweis auf eine Studie des Mannheimer Forschungsinstituts Ökonomie und Demographischer Wandel (MEA) die hier geführte Verkaufsförderung verschärft ist allerdings neu und – im Hinblick auf die Banalität der Argumentation – auch irgendwie merkwürdig. Merkwürdig auch, dass viele (wie z.B. Wirtschaftswoche, Westdeutsche Zeitung, Die ZEIT und natürlich auch wir hier) über etwas berichten, was eigentlich mehr ein Rechenexempel als eine Argumentation darstellt.

Welche Argumentation?

Wie das Mannheimer Forschungsinstitut Ökonomie und Demographischer Wandel (MEA) festgestellt hat ist im Zuge der aktuellen Finanzkrise mit steigenden Arbeitslosenzahlen zu rechnen, in deren Folge Neueinstellungen auf einem niedrigeren Gehaltsniveau durch die Unternehmen vorgenommen werden. Dadurch sinkt das durchschnittliche Gehaltniveau, was wiederum zu einer geringeren Altersrente für die späteren Rentner führt, die jetzt ihre Arbeit verlieren, später neue finden und zwischendurch keine Beiträge zur Rentenkasse und zurück in Lohn und Brot – geringere Beiträge zur Rentenkasse leisten werden, da sie potentiell schlechter bezahlt werden.

Bei so vielen „wenn’s“ und „dann’s“, die zu Auswirkungen führen können, die erst in Jahrzehnten zu spüren sind, sieht man sich von offizieller Seite genötigt an der Seriosität einer solchen Berechnung zu zweifeln. Der Kommentar folgte auch prompt durch die Deutsche Rentenversicherung Bund, die zwar die Leistung des Instituts anerkennt, die Aussagekraft der Untersuchung aber erheblich bezweifelt.

Aber, wie das in letzten Quartalen eines Jahres so ist, werden sicherlich viele Anbieter von Altersvorsorge Versicherungen und privaten Renten auf diese Analyse einsteigen um der eigenen Klientel in Vorteil zu verschaffen. Der Sozialverband VdK z.B. hat das Thema bereits für sich entdeckt und fordert schnelle Lohnerhöhungen für alle um die entstehende Rentenlücke schnell wieder zu schließen.

[ad]