Der gut gepflegte Mythos, dass Rentner nie Zeit haben könnte in den nächsten Jahren zu einer Tatsachenbeschreibung mutieren. Dann nämlich gehen immer mehr Deutsche in den Ruhestand, den sie sich eigentlich gar nicht leisten können. Die ersten Symptome dieser immer ärmeren Rentner zeigen sich bereits in diesen Jahren, in denen die Zahl der Rentenempfänger, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind deutlich zuletzt.

Betroffen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 768.000 Deutsche, die aus unterschiedlichen Gründen Rente beziehen. Neben Erwerbsunfähigkeitsrente und Invalidenrente, stellen allerdings die Bezieher von Altersrente mit 410.000 Grundsicherungs-Empfängern die weitaus größte Gruppe der armen Rentner. Anders als Erwerbsunfähige haben diese Personen tatsächlich ein ganzes Arbeitsleben hinter sich, ohne daraus eine Rente zu beziehen, die oberhalb des Sozialhilfe Niveaus liegt. Das schmerzt doppelt.

Diese Entwicklung wird sich, so stellen Fachleute nüchtern fest, in den nächsten Jahren dynamisieren, d.h. es ist abzusehen, dass immer mehr Rentenempfänger über eine immer geringere Rentenhöhe verfügen werden, was die Zahl der Bezieher von Grundsicherung weiterhin steigen lassen wird. Inwieweit die Förderung der privaten Altersvorsorge dieser Entwicklung entgegenwirken kann, ist reine Spekulation – einen Versuch sich selbst ein bisschen finanziellen Spielraum im Alter zu schaffen sollte es aber alle mal wert sein.

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