Monatsarchiv für November 2009

Investmentfonds sind derzeit wenig gefragt? Das sieht man den offiziellen Zahlen nicht an. Wie der  Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) jetzt in einer Veröffentlichung mitteilt, stand bei den deutschen Investmentverwaltern zum Stichtag 30. September 2009 eine Summe von 1,6647 Billionen Euro unter Verwaltung (Assets under Management), was gegenüber dem Jahresbeginn einem Nettozufluss von 31,8 Mrd. Euro entspricht. Apropos Jahresbeginn, gegenüber dem 1.1.09 vergrößerte sich das Vermögen der in der Statistik enthaltenen Publikumsfonds, Spezialfonds und Direktmandate um die (unvorstellbare) Summe von 160 Mrd. Euro bzw. rund 10 Prozent.

Inwieweit sich die Geldmengen-Ausweitung der verschiedenen internationalen Notenbanken auf diese Entwicklung ausgewirkt haben ist nicht nachvollziehbar, insgesamt scheint das Vertrauen in die institutionelle Vermögensverwaltung,die z.B. in Investmentfonds ausgeübt wird ungebrochen. Auch wenn Privatanleger derzeit ein größeres Interesse an Garantieprodukten und Versicherungsangeboten besitzen, so ist die Anlage in Investmentfonds nach vor nicht wegzudenken. Wo sonst sollten Versicherungsgesellschaften und Vermögensverwaltungen sonst die eigenen Mitteln zum Zwecke einen strategischen Anlage bündeln? Eben. Die Fonds-Rente ist also aktuell wie selten zuvor, auch wenn derzeit kaum jemand darüber spricht.

Der gut gepflegte Mythos, dass Rentner nie Zeit haben könnte in den nächsten Jahren zu einer Tatsachenbeschreibung mutieren. Dann nämlich gehen immer mehr Deutsche in den Ruhestand, den sie sich eigentlich gar nicht leisten können. Die ersten Symptome dieser immer ärmeren Rentner zeigen sich bereits in diesen Jahren, in denen die Zahl der Rentenempfänger, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind deutlich zuletzt.

Betroffen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 768.000 Deutsche, die aus unterschiedlichen Gründen Rente beziehen. Neben Erwerbsunfähigkeitsrente und Invalidenrente, stellen allerdings die Bezieher von Altersrente mit 410.000 Grundsicherungs-Empfängern die weitaus größte Gruppe der armen Rentner. Anders als Erwerbsunfähige haben diese Personen tatsächlich ein ganzes Arbeitsleben hinter sich, ohne daraus eine Rente zu beziehen, die oberhalb des Sozialhilfe Niveaus liegt. Das schmerzt doppelt.

Diese Entwicklung wird sich, so stellen Fachleute nüchtern fest, in den nächsten Jahren dynamisieren, d.h. es ist abzusehen, dass immer mehr Rentenempfänger über eine immer geringere Rentenhöhe verfügen werden, was die Zahl der Bezieher von Grundsicherung weiterhin steigen lassen wird. Inwieweit die Förderung der privaten Altersvorsorge dieser Entwicklung entgegenwirken kann, ist reine Spekulation – einen Versuch sich selbst ein bisschen finanziellen Spielraum im Alter zu schaffen sollte es aber alle mal wert sein.

Passend zur dunklen Jahreszeit kommen auch wieder dunkle Umfragen in Mode – oder wie sonst sollte man Befragungen zum Thema Altersarmut einschätzen? Ungeachtet des herbstlichen Nebels ist das Problem, welches nach einer Umfrage von TNS-Infratest immerhin 40 Prozent der weiblichen Bürger beschäftigt absolut greifbar. Die eigene Rente ist unsicher und die Absicherung des eigenen Lebensabends erscheint in Zeiten von Wirtschafts- und Finanzkrise drängender den je zu lösen.

So kann es kaum verwundern, dass rund 40 Prozent der befragten Frauen zwischen 18 und 50 Jahren Angst vor dem Eintritt in das Rentenalter haben. Die gefühlte Angst bezieht sich dabei weniger auf mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen, die aus dem Älter werden resultieren, sondern mehr auf das mittlerweile zum finanziellen Risiko mutierte Altern. Nur noch 21,2 Prozent der deutschen Frauen verlassen sich demnach alleine auf die gesetzliche Rentenversicherung zur Absicherung der Rente. 57 Prozent sind sich bewusst, dass eine private Altersvorsorge notwendig ist, die allerdings bei immer weniger der Befragten aus einem Eigenheim bestehen.

Den Traum vom Eigenheim träumen nur noch 5% der deutschen Frauen

Waren im Jahr 2008 noch 10,3 Prozent der Befragten der Meinung, dass ein Eigenheim ein erstrebenswertes Sparziel ist, so sank die Bereitschaft für das eigene Haus zu sparen auf nur noch 5,3 Prozent in diesem Jahr. Es scheint, als hätte wäre der Traum vom eigenen Haus nicht mehr der meistgeträumte der jungen Erwachsenen, auch wenn Bausparkassen und Baufinanzierer nach wie vor in den Augen vieler zu den zukunftssichersten Geldanlagen gehören.

Kaum im Amt, schon voll im Thema. Direkt zum Amtsantritt darf der neue Bundesminister für Arbeit, Franz Josef Jung (CDU), schon die erste gute Nachricht zur aktuellen Lage der gesetzlichen Rentenversicherung verkünden. Diese lautet grob zusammengefasst: Alles bleibt wie es war, Rentner haben für 2010 nichts zu befürchten.

Das ist natürlich löblich und erfreut nicht nur diejenigen der CDU Wähler, die schon ein paar mehr Wahlen aktiv mit entschieden haben, sondern zeigt auch den jüngeren, dass es ihren Eltern und Großeltern weiterhin gut gehen wird. Für die Jüngeren selbst wird das Renteneinzahlungsjahr 2010 übrigens auch mit Stillstand versehen sein, der aktuelle Beitragsatz zur gesetzlichen Rentenversicherung (aktuell 19,9 Prozent des Bruttolohns) wird auch im Jahr 2010 nicht steigen - sagt zumindest Franz Josef Jung.

Rente gut alles gut?

Ja und nein. Keine Rentensteigerung für das Jahr 2010 entspricht in diesem speziellen Wirtschaftskrisen Jahr trotzdem einer Rentenerhöhung. Bedingt durch Kurzarbeit und sehr niedrige Inflation werden im nächsten Jahr die durchschnittlichen Einkommen um etwa 0,5% sinken, was im Sinne des Solidarpakts zwischen Rentenversicherungseinzahlern und Rentenbezieher eigentlich mit einer Kürzung der Renten einhergehen müsste. Diese Rentenkürzung wurde aber durch die rot-schwarze Regierung unter Angela Merkel ausdrücklich außer Kraft gesetzt, so dass Rentner in 2010 de fakto eine Rentenerhöhung erwarten können und Arbeitnehmer mit einer sinkenden Rentenanwartschaft aufgrund der geringere Einkommen rechnen dürfen.

Für die Rente 2010 ist also alles gut, für die Rentner 2030 eher weniger.