Monatsarchiv für Mai 2009

 

Bei Versicherungen und weiteren Anbieter von Fonds-Renten ist er der beliebteste Fonds von allen. Mittlerweile 36 Gesellschaften haben den Fidelity European Growth Fonds (ISIN LU0048578792)  in die angebotene private Rentenversicherung aufgenommen und zeigen damit, welchen Stellenwert das „Flagschiff“ der Fondsgesellschaft Fidelity Funds nach wie vor besitzt. Auch wenn nach Managementwechseln und mittelmäßiger Performance der Lack des einstmals unangefochtenen Top Fonds ein bisschen angekratzt ist, so wissen professionelle Anleger dennoch dessen nach wie vor große Qualität zu schätzen.

Gerade in Zeiten großer wirtschaftlicher Unsicherheiten greifen auch professionelle Investoren gerne auf Altbewährtes und krisenerprobtes zurück. Dass das Fidelity European Growth Fondsmanagement sich auch in weniger guten Marktumfeldern bewährt hat, ist an der langjährigen Performance des Europa-Aktienfonds abzulesen, während der Gesamtmarkt seit 1999 in der Summe um 7,95 Prozent nachgegeben hat, erzielten Anleger des Fidelity Europa Fonds im gleichen Zeitraum ein Plus von 56,53 Prozent, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 4,58 Prozent entspricht. Nicht üppig, aber weit über dem, was man mit Festgeld, Tagesgeld oder anderen Anlageprodukten innerhalb des gleichen Zeitraums bei gleicher Flexibilität zu erzielen vermochte.

Eine konstante Anlagestrategie lohnt also – nicht nur für die Kunden der privaten Rentenversicherung, die in diesen Fidelity Fonds investieren werden, sondern auch für die Fondsgesellschaft Fidelity selbst. Vertrauen erwirbt man am Besten in schlechten Zeiten und dazu gibt es derzeit eine wirklich gute Gelegenheit.

 

Die Botschaft ist erfreulich und dennoch mit ein wenig Vorsicht zu genießen.Deutsche Sparer haben trotz Wirtschaftskrise und Börsenschwäche bislang keine Einschränkungen an der eigenen Altersvorsorge vorgenommen. Das ist löblich, aber aus Sicht der einzelnen Sparer auch nachvollziehbar – wer seine Altersvorsorge auf eine private Rentenversicherung stützt, muss jeden Monat seinen Beitrag bezahlen, will er den eigenen Rentenanspruch in der geplanten Höhe aufrecht erhalten. Zudem ist die Aussetzung der eigenen Altersvorsorge sicherlich nicht der erste Schritt, der am Beginn einer Krise vorgenommen wird. Zunächst spart man an den alltäglichen Ausgaben und führt diese zurück, erst wenn sich dann weitere Lücken ergeben, geht es ans „Eingemachte“ und jeder Betroffene muss sich bewusst machen, dass es jetzt an der Zeit ist sich einzugestehen, dass das Geld nicht reichen wird und die eigene Altersvorsorge einfach zu schwer belastet.

Im Schnitt 130 Euro Sparrate pro Person

So gesehen ist es wenig erstaunlich, dass die von YouGovPsychonomics AG im Auftrag der Versicherungskammer Bayern durchgeführte Umfrage mit dem Titel „Altersvorsorge in der Finanzmarktkrise“ eben jene Annahme als Umfrageergebnis ergeben hat. Im Rahmen der Studie wurden 1.250 Personen befragt, die zu 82 Prozent bislang keine Reduzierung der eigenen Altersvorsorge vorgenommen hatten. Mit im Schnitt 130 Euro pro Person und Altersvorsorge ergibt sich hier doch ein merkliches Einsparpotential, sollte sich die Situation für die einzelnen Betroffenen verschlechtern. 

Wenig Vertrauen für Fonds-Rente und Aktien

Auch wenn die Befragung repräsentativ ist, nehmen wir mal an, dass die Fragestellung auch ein bisschen zu Gunsten der klassischen Rentenversicherung und gegen Aktien und Investmentfonds formuliert wurden. Als Ergebnis hält YouGovPsychonomics AG (vielleicht deshalb) fest, dass nur 14 Prozent der Befragten Vertrauen in Investmentfonds und lediglich 6 Prozent der Befragten Vertrauen in Aktien hatten. Die „Altersvorsorge Vertrauen“ Spitzenplätze belegen Immobilien, Gold und Sparbücher, was an und für sich lobenswert, aber eben auch kein perfekte Empfehlung für eine private Altersvorsorge ist.

Auf mittlerweile 20 Prozent beläuft sich nach Angaben des BVI Bundesverband Investment und Asset Management der Anteil fondsgebundener Riester-Renten an der Gesamtmenge der in Deutschland abgeschlossenen staatlich geförderten Altersvorsorge Verträgen (kurz Riester-Rente). Nach einem Marktanteil von 7,5 Prozent aus dem Jahr 2005, zeigt der heutige Anteil dass sich Investmentfonds als Vorsorgealternative immer mehr durchsetzen können.

Gegenüber herkömmlichen privaten Rentenversicherungen bieten fondsgebundene Riester-Rente einen Renditevorteil, der aus der wachstumsstarken Anlageklasse Aktien und Wertpapiere (auch wenn man das derzeit vielleicht nicht gleich zu erkennen vermag) entstammt.

Vor allem für Jüngere bieten Fonds-Renten demnach eine gute Alternative, da diese deutlich mehr Zeit haben Rückschläge an den Börsen durch kommende Wachstumsphasen ausgleichen zu lassen. Vor diesem Hintergrund steigt auch der Anteil jener Fonds-Sparer, die ihre Vermögenswirksamen Leistungen (VL) mit einer Riester-Rente kombinieren lassen. Diese Altersvorsorge wirksamen Leistungen bündeln die Arbeitgeberzuschüsse, staatliche Riester-Förderung und Eigenbeitrag zu einem Ganzen und sorgen dadurch zu einer deutlich verbesserten Altersrenten (-chance).

Wohn-Riester könnte Fonds-Rente Marktanteile abnehmen

Ein weiter steigender Marktanteil der Fonds-Renten wird wahrscheinlich am ehesten durch den neuen Konkurrenten Wohn-Riester verhindert werden können. Hier versprechen Bausparkassen neue Impulse für das eigene Geschäftsmodell. Ob und wie gut dies bei Sparern ankommt, wird aber frühestens zu Beginn des nächsten Jahres (2010) nachvollziehbar sein. Bis dahin basteln die verschiedenen Bausparkassen noch an geeigneten Modellen und Strategien um Kunden für sich und Wohn-Riester zu begeistern.

 

Jetzt scheint die Finanzkrise auch bei denen angekommen zu sein, die sich bislang sicher im Ruhestand vermuteten. Nach Beendigung des Arbeitslebens keimt bei dem einen oder anderen die Panik auf, dass er sich jetzt auch im Ruhestand einen Job suchen muss um über die Runden zu kommen, der Wirtschaftskrise sei Dank.

Glücklicherweise sind bald Wahlen und Politiker schon aus diesem Grund durchaus geneigt ohne großes Aufhebens praktikable Lösungen zu finden. Dies scheint, so sieht es für den Augenblick aus, auch für die mögliche Kürzung der Altersrenten zu gelten. Streng genommen müssen die Rentner einen Einkommensverzicht hinnehmen, wenn die Brutto-Lohn- und Gehaltssumme (so wie derzeit) sinkt. Da dies die eine große Wählerschicht betreffen und den privaten Konsum sicherlich hemmen würde, sah sich die Bundesregierung gezwungen bereits jetzt das Zugeständnis zu machen, dass man für den Fall einer rechnerisch notwendigen Rentenkürzung eine Schutzklausel entwerfen würde, die dies verhindert.

Mit diesem Thema kann man Wahlen verlieren, aber nicht gewinnen

Eine absolut pragmatische Lösung, die sicherlich deutlich weniger Geld kosten wird als Rentner zu erklären warum sie von ihren durchschnittlich 800 Euro Rente z.B. monatlich 0,3 Prozent bzw. 2,40 Euro zusätzlich abgeben müssen. Das ist in dieser Größenordnung für niemanden nachvollziehbar, kostet Nerven und bringt – richtig – auch keine Wähler-Sympathien. Kurzum damit kann man Wahlen verlieren, aber keine gewinnen.

Da das Geld aber irgendwo her kommen muss, werden es wahrscheinlich die Bürger über zusätzliche Steuern oder die Beitragszahler über höhere Versicherungsbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung finanzieren müssen. Auch wenn dies natürlich ebenfalls bestritten wird, so scheint es nur logisch, dass eine unbegrenzte Geldmengenschöpfung das Problem nicht lösen, sondern nur verschieben kann.